Zur Relativität islamischer Normativität

Diskurslinien der taṣwīb-Lehre von al-Ǧāḥiẓ (gest. 869) zu al-Ǧaṣṣāṣ (gest. 981) und al-Baṣrī (gest. 1044)

Autor/innen

  • Mohammed Abdelrahem Unniversität Paderborn, Paderborner Institut für Islamische Theologie Autor/in

DOI:

https://doi.org/10.71573/2941-122X_2026_5-1_154

Schlagwörter:

taṣwīb, iǧtihād, Relativität, islamische Normativität, kalām, islamische Rechtsmethodik

Abstract

Dieser Beitrag untersucht die Relativität islamischer Normativität anhand der taṣwīb-Lehre (kullu muǧtahid muṣīb) bei al-ʿAnbarī und ihrer Rezeption bei al-Ǧāḥiẓ (gest. 255/869), al-Ǧaṣṣāṣ (gest. 370/981) und al-Baṣrī (gest. 436/1044). Al-Ǧaṣṣāṣ deutet die These im Licht des ḥanafitischen Prinzips ašbah bi-l-aṣl als hermeneutisch-methodische Annäherung, al-Baṣrī entwickelt daraus ein epistemologisches Modell norma-tiver Pluralität,während al-Ǧāḥiẓ im kalām-Kontext eine soteriologische Verantwortungstheorie formuliert. Die Analyse zeigt, dass die klassische islamische Normenlehre ein eigenständiges Modell normativer Verbindlichkeit unter Bedingungen von Pluralität und Unsicherheit entwirft. Der Beitrag plädiert für eine systematische Rezeption dieses Ansatzes in aktuellen Debatten über religiöse Normativität und Rechtspluralismus.

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Veröffentlicht

2026-05-08

Ausgabe

Rubrik

Artikel

Zitationsvorschlag

Abdelrahem, M. (2026). Zur Relativität islamischer Normativität: Diskurslinien der taṣwīb-Lehre von al-Ǧāḥiẓ (gest. 869) zu al-Ǧaṣṣāṣ (gest. 981) und al-Baṣrī (gest. 1044). Forum Islamisch-Theologische Studien, 5(1). https://doi.org/10.71573/2941-122X_2026_5-1_154